Aktionspläne und -programme Umwelt und Gesundheit: Hintergrund
Historischer Überblick
Die Bedeutung der Umwelt für die menschliche Gesundheit wird zunehmend anerkannt. Im internationalen Raum sind eine Reihe von Berichten und Programmen entstanden, die die Verbindung zwischen dem Umwelt- und dem Gesundheitssektor hervorheben. Einige ausgewählte internationale Konferenzen und Programme werden im Folgenden vorgestellt.
Meilensteine | |
|---|
| 1984 | 

| Strategieprogramm "Gesundheit für alle" |
| 1986 | Erste internationale Konferenz für Gesundheitsförderung (Ottawa) |
| 1989 | Erste Europäische Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit (Frankfurt) |
| 1992 | Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (Rio de Janeiro) |
| 1994 | Zweite Europäische Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit (Helsinki) |
| 1999 | Dritte Europäische Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit (London) |
| 2004 | Vierte Europäische Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit (Budapest) |
Strategieprogramm "Gesundheit für alle" (1984)
Im Jahr 1984 verabschiedeten die europäischen Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Strategieprogramm "Gesundheit für alle" (
Health for all), mit dem erstmalig eine Einigung für eine gemeinsame Gesundheitspolitik bis zum Jahr 2000 getroffen wurde. Die Strategie enthält insgesamt 38 europäische Gesundheitsziele, hierunter auch erstmalig Ziele für den umweltbezogenen Gesundheitsschutz. Inzwischen wurde das Dokument grundlegend überarbeitet und unter dem Titel "Gesundheit 21" (
Kurzfassung bzw.
Langfassung) veröffentlicht.
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Erste Internationale Konferenz für Gesundheitsförderung in Ottawa (1986)
Als Umsetzungsstrategie für das Programm "Gesundheit für alle" wurde auf der ersten internationalen Konferenz für Gesundheitsförderung in Ottawa (1986) die
Ottawa Charta beschlossen. Hiernach stellen gesunde Umweltbedingungen - neben anderen Faktoren - eine Grundvoraussetzung für Gesundheit dar. Entsprechend wird die Schaffung gesundheitsfördernder Lebensbedingungen als einer von fünf Handlungsbereichen aufgeführt.
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Erste Europäische Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit in Frankfurt (1989)
Schon vor Jahren wurde erkannt, dass eine stärkere Kooperation zwischen den Akteuren aus dem Gesundheits- und Umweltbereich wesentlich ist, um eine Verbesserung im umweltbezogenen Gesundheitsschutz zu erreichen. Dies führte 1989 zur 1. Europäischen Konferenz Umwelt und Gesundheit in Frankfurt, auf der die
Europäische Charta "Umwelt und Gesundheit" verabschiedet wurde. Hierin heißt es: "Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Umwelt, die ein höchstmögliches Maß an Gesundheit und Wohlbefinden ermöglicht".
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Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (1992)
Im Juni 1992 fand in Rio de Janeiro die zweite Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED), die auch als Rio-Konferenz bekannt wurde, statt. Das Thema der nachhaltigen Entwicklung stand hierbei im Mittelpunkt der Diskussion. Auf der Konferenz wurde die
Agenda 21 verabschiedet. In diesem Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert wurden grundlegende Vereinbarungen zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung unter gleichzeitiger Berücksichtigung ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Aspekte getroffen. Kapitel 6 ist ausdrücklich dem Thema Schutz und Förderung der menschlichen Gesundheit gewidmet, aber auch in weiteren Kapiteln der Agenda 21 wird Gesundheit direkt oder indirekt angesprochen. Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg (26.8.-4.9.2002) wurden die bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen überprüft und über konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Agenda 21 beraten.
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Zweite Europäische Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit in Helsinki (1994)

Unter dem Motto "Planung" fand in Helsinki die 2. Europäische Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit statt. Hier wurde der
Aktionsplan Umwelt und Gesundheit für Europa (
Environmental Health Action Plan for Europe, EHAPE) verabschiedet. Der Plan soll als Orientierungshilfe für die Planung und Durchführung von Maßnahmen im Bereich Umwelt und Gesundheit in Europa dienen. Zur Umsetzung des Aktionsplans verpflichteten sich die teilnehmenden Staaten, entsprechende Aktionspläne auf nationaler Ebene auszuarbeiten.
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Dritte Europäische Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit in London (1999)
Auf der 3. Europäischen Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit in London tauschten die Länder ihre Erfahrungen, die sie bei der Aufstellung und Umsetzung ihrer Nationalen Aktionspläne Umwelt und Gesundheit gewonnen hatten, aus. Es wurde festgestellt, dass die Umsetzung der Nationalen Aktionspläne im Wesentlichen auf der lokalen Ebene erfolgen muss. Daher wurde empfohlen, lokale Pläne zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit zu erstellen. Hierzu können eigenständige Lokale Aktionspläne Umwelt und Gesundheit (
Local Environmental Health Action Plans, LEHAPs) entwickelt oder bereits bestehende Pläne wie z.B. die der Lokalen Agenda oder der Gesunden Städte-Projekte genutzt werden. Auf der London-Konferenz wurden eine
Konferenzerklärung, die
Charta Verkehr, Umwelt und Gesundheit sowie das
Protokoll über Wasser und Gesundheit verabschiedet.
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Vierte Europäische Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit in Budapest (2004)
Die vierte Ministerkonferenz in Budapest befasste sich schwerpunktmäßig mit Umweltauswirkungen auf die Gesundheit von Kindern. Laut Analysen der WHO führt ein ungesundes Lebensumfeld jedes Jahr weltweit zum Tod von über fünf Millionen Kindern. Vor diesem Hintergrund lautete das Leitmotiv "Die Zukunft unseren Kindern". Die
Budapest-Konferenz verabschiedete eine
Konferenzerklärung und einen
Aktionsplan zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit der Kinder in der Europäischen Region (CEHAPE). Eine eigene
Erklärung der Europäischen Kommission begrüßt den von der Konferenz ausgehenden politischen Impuls. Die Budapester Konferenzerklärung war einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht konkret genug. So findet sich z.B. in einer
Erklärung der Jugend deutliche Kritik an den Konferenzergebnissen. APUG NRW wurde im Rahmen eines side events der Ministerkonferenz vorgestellt (
Budapest 2004).
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