2. Landeswettbewerb GesundMobil in Nordrhein-Westfalen 2007
Kommunales und betriebliches Mobilitätsmanagement – Gemeinsam aktiv für Klimaschutz, Umwelt und Gesundheit
Kommunales und betriebliches Mobilitätsmanagement können einen Beitrag zur Erhöhung der Effizienz im Verkehr, zur Reduktion des motorisierten Verkehrsaufkommens und damit zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Daher hatte das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bauen und Verkehr, dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, dem Städtetag NRW, Landkreistag NRW und Städte- und Gemeindebund NRW einen Wettbewerb ausgeschrieben.
Der Wettbewerb gab Städten, Kreisen, Gemeinden, Wirtschaftsunternehmen und anderen betrieblichen Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen Gelegenheit, beispielhafte Lösungen zur Steigerung des öffentlichen und innerbetrieblichen Bewusstseins zum Zusammenhang von Verkehr, Umwelt und Gesundheit mit Auswirkungen auf das individuelle Mobilitäts- und Gesundheitsverhalten darzustellen.
Preisträger des Landeswettbewerbs:
Die
AOK Westfalen-Lippe hat - zusammen mit VCD und ADFC – das Projekt
"Mit dem Rad zur Arbeit" und dazu einen Wettbewerb konzipiert. Radfahren hat neben den gesundheitlichen Aspekten weitere Vorteile: es schont den Geldbeutel und ist umweltfreundlich. Der Wettbewerb wird - seit 2004 in Nordrhein-Westfalen – jährlich ausgelobt. Bei einer Beteilung von 19.000 Personen aus ca. 4000 Betrieben im letzten Jahr kann man von einer erfolgreichen Aktion sprechen. Somit geht der Preis symbolisch auch an alle, die sich an dieser Aktion beteiligt haben. Ein anderes Projekt der AOK
"Walking Bus – der aktive Schulweg" hat die tägliche Aktivierung von Kindern der ersten beiden Klassen auf dem Weg zur Schule zum Ziel. (Kurzbeschreibung der Projekte
Mit dem Rad zur Arbeit und
Walking Bus - der aktive Schulweg)
Die
Stadt Aachen hat gemeinsam mit dem Einzelhandelsverband, der Aachener Industrie- und Handelskammer und den Verkehrsbetrieben ein
"Partnerschaftskonzept für Luftgüte und schadstoffarme Mobilität" entwickelt. Dieses Konzept besteht aus 3 zentralen Bausteinen: aus dem Luftreinhalte-Kodex, der Marketing-Kampagne "Pro-Job-Ticket" und einer Fachstelle für betriebliches Mobilitätsmanagement. Insbesondere bei der Einführung von Systemen des Mobilitätsmanagements ist es für Wirtschaftsunternehmen wichtig, wenn Ansprechstellen - wie in Aachen - zur Verfügung stehen, die Erfahrungen vermitteln und fachlich beraten. Fragen zu diesem Projekt können Sie richten an
umwelt@mail.aachen.de
Die von
Bodelschwinghschen Anstalten Bethel betreiben in Zusammenarbeit mit der Stadt Bielefeld seit 1998 das Projekt
"Verkehrs- und Mobilitätsmanagement – unterwegs in Bethel". Ziel ist, den Verkehr im Ortsteil Bethel sozial- und umweltverträglich sowie ökonomisch zu optimieren. Dazu werden Maßnahmen ergriffen wie die Einführung von Tempo-30-Zonen, die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, die Einrichtung von CarSharing-Standorten und die Parkraumbewirtschaftung auf allen öffentlichen und privaten Flächen. Für die Jahre 2007/2008 ist ein gemeinsames Fahrradprojekt mit der Stadt Bielefeld geplant, um die Beschäftigten für einen dauerhaften Umstieg auf das Rad zu gewinnen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass mit der Gewinnung von Umsteigern auf den ÖPNV - durch Einführung des Job-Tickets - bisher die größten Verbesserungseffekte erzielt werden konnten. An diesem Projekt wird auch deutlich, dass Mobilitätsmanagementsysteme langfristig angelegt sein müssen, um ihre Wirkungen zu entfalten. (Kurzbeschreibung des Projekts
Verkehrs- und Mobilitätsmanagement – unterwegs in Bethel)
Die
Stadt Düsseldorf geht den Weg, ihre Dieselfahrzeuge mit
Partikelfiltern nachzurüsten und Neufahrzeuge mit
Erdgasbetrieb zu beschaffen. Mittelfristiges Ziel ist die komplette Umstellung des Fuhrparks auf Erdgasbetrieb. Bisher sind rd. 40 Fahrzeuge mit Erdgasbetrieb neu beschafft und rd. 120 Fahrzeuge mit Partikelfiltern nachgerüstet worden. Das Firmenticket – seit 1994 eingeführt - und die Nutzung von Car-Sharing seit 2003 rundet die umweltfreundliche Mobilität innerhalb der Stadtverwaltung ab und gibt ein gutes Beispiel auch für Bürgerinnen und Bürger.
"Sauber unterwegs – Umweltfreundliche Busse in Düsseldorf", damit unterstützt die
Rheinbahn AG in Düsseldorf die Bemühungen der Kommune zur Verbesserung der Luftqualität. Es werden nur noch Busse beschafft, die die Abgaswerte entsprechend der Abgasnorm Euro 5 oder besser erfüllen. Darüber hinaus sind zahlreiche Busse bereits mit Partikelfilter nachgerüstet worden. Die Rheinbahn beteiligt sich an der Entwicklung und dem Praxistest neuer Antriebssysteme für Busse. (Kurzbeschreibung des Projekts
Sauber unterwegs – Umweltfreundliche Busse in Düsseldorf)
Die
Stadt Essen hat gemeinsam mit dem
Bundesdeutschen Arbeitskreis für umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.) Aktionstage zum Thema
"Fit in nachhaltiger Mobilität" durchgeführt. Zielgruppe waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sowie die Kunden und Besucher im Zeitraum der europäischen Woche der Mobilität 2007. Durchgeführt wurden inner- betriebliche Mobilitätstage mit täglich wechselnden Angeboten - zu den Themen Öffentlicher Nahverkehr, Radverkehr, Fahrgemeinschaften, Gesundheit und Verkehrssicherheit. Durch Information und Ausprobierangebote sollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses für eine umweltverträgliche Mobilität zum Beispiel auf Dienstreisen oder Heimfahrten geworben werden. Mehr als 100 Mitarbeiter der Stadt Essen wurden für ein Firmenticket gewonnen. Weitere Informationen zu dem Projekt unter
www.MOBIWO.de oder
http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Ordner_59/Luft/Aktionstage_Mobilitaet.asp
Mit der Image-Kampagne
"Klimahelden" vermittelt die
Essener Verkehrs-AG die Botschaft, dass jeder eine Chance hat, einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Mit dem Kunstwort "Klimahelden" wird versucht, auf originelle Weise Aufmerksamkeit zu schaffen. Die Kernaussage lautet: Wer sein Auto stehen lässt und die Busse und Bahnen der Essener Verkehrs-AG nutzt, verursacht weniger CO2-Emissionen. Um mehr Kunden zu gewinnen, versucht die Essener Verkehrs-AG der Bevölkerung den öffentlichen Nahverkehr näher zu bringen. So hat sie die Bevölkerung aufgefordert, sich bei ihren Kundenzentren einen Button abzuholen, der eine kostenlose Nutzung der Bahnen und Busse an sieben Sonntagen zulässt. An dieser Aktion haben 2000 Personen teilgenommen. Das lässt hoffen. Aufgrund der bekannten Umweltbelastungen im Ruhrgebiet hoffe ich auf einen Erfolg Ihrer Kampagne. Mehr über die Kampagne unter
www.klimahelden.de
Das Projekt der
Stadt Lüdenscheid "Lüdenscheid auf Schritt und Tritt – Fußgängerstadtplan mit Entdeckertipps" findet im Rahmen der Lokalen Agenda 21 statt. Eine Kooperation zwischen Stadt und Arbeitsgruppe "Stadtentwicklung und Verkehr" (bestehend aus VCD, Sauerländischer Gebirgsverein, Naturwissenschaftliche Vereinigung Lüdenscheid, NABU, Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid). Mit dem Plan werden Fußwege in der Stadt bzw. zwischen Stadtteilen und im Umfeld der Stadt Lüdenscheid aufgezeigt und Erläuterungen zu Denkmälern, bemerkenswerten Bauwerken, Plastiken und naturkundlichen Besonderheiten gegeben. Das Zu-Fuß-Gehen hat eine starke Lobby. Präsentation des Fußgängerstadtplans unter
www.luedenscheid.de/buerger/agenda21/Praesentation_Fussgaengerstadtplan.pdf
Der
Kreis Unna hat zur Förderung der umweltfreundlichen Mobilität zwei Projekte auf den Weg gebracht: das Projekt
"Schulberatung Bus & Bahn" sowie das Projekt
"mobil&job – Betriebliches Mobilitätsmanagement". Das Projekt "Schulberatung Bus &Bahn" will Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen erreichen und ihnen den öffentlichen Personennahverkehr als umweltfreundliche Alternative nahebringen. Dazu sind Unterrichtsmaterialien entwickelt worden. Gleichzeitig bietet der Kreis Unna seine Unterstützung und Mitwirkung bei Projekttagen und –wochen an und führt in loser Folge Preisrätsel, Geschichtenwettbewerbe für Schüler/-innen durch. Im Mittelpunktes des Projekts "mobil&job" steht, Unternehmen für das betriebliche Mobilitätsmanagement zu gewinnen. Es wird ihnen gezeigt, wie sie hier bestimmte Verkehrsabläufe effektiver, umweltfreundlicher und kostengünstiger gestalten können. Die Initiative "mobil&job" bietet den Unternehmen einen kostenlosen "Alles aus einer Hand"-Service. Weitere Informationen zu den Projekten unter
www.schulberatung-bus-bahn.de und
www.mobilundjob.de
Impressionen von der Preisverleihung